Leistungsfähige dänische Unternehmen durch ehrgeizige Klimaziele

Dänemark hat sich ehrgeizige Umweltziele gesetzt. Laut Geschäftsführer Reiner Perau profitieren davon auch die dänischen Unternehmen, deren Know-how inzwischen weltweit gefragt ist.

Bis 2030 will die neue dänische Regierung die CO2-Emissionen des Landes im Vergleich zu 1990 um 70 % verringern. Klimaschutz war zuvor eines der beherrschenden Wahlkampfthemen gewesen.

Ein konkreter Plan fehlt bis jetzt, aber die Dänen haben bereits gute Erfahrungen mit ehrgeizigen Klimazielen gemacht. Bereits 2009 hatte die Stadt Kopenhagen beschlossen, bis 2025 CO2-neutral zu werden. Bis 2050 sollen 100 % des dänischen Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien kommen. Solche Projekte bringen leistungsfähige Unternehmen hervor, denn sie geben ihnen die Möglichkeit, an Herausforderungen im Heimatland zu wachsen. Anschließend können dänische Unternehmen ihre Expertise weltweit exportieren. So ist Dänemark Europameister im Export grüner Energietechnologien geworden (für Nicht-EU-Länder ist der statistische Vergleich schwer).

Hier kommen drei Beispiele von dänischen Spitzenunternehmen oder -branchen, deren grüne Kompetenz im Heimatmarkt gewachsen ist:

Der Energieversorger Ørsted, zu 50,1 % in Staatsbesitz, hat ein Drittel des Offshore-Marktes außerhalb Chinas fest in seiner Hand. Zusammen mit den Herstellern der Windturbinen hat Ørsted auch dafür gesorgt, dass Offshore-Wind-Parks mittlerweile ohne Subventionen möglich sind. Das ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum CO2-neutralen Wirtschaften.

Die Hersteller der Windturbinen kommen ebenfalls aus Dänemark: Der Windenergiecluster aus Vestas und Siemens-Gamesa (dessen Offshore-Anteil aus der Akquisition des dänischen Herstellers Bonus stammt) hat einen Anteil von über 60 % am Offshore-Windturbinen-Markt weltweit.

Drittes Beispiel sind die Ingenieure von Ramboll, die die Machbarkeitsstudie für Kopenhagens CO2-Strategie ausarbeiteten und Kopenhagen auf dem Weg zur nachhaltigsten Hauptstadt der Welt begleiten. Dieses Know-how hilft beim weltweiten Geschäft.

Ehrgeizige Umweltziele sind nicht nur angesichts des Klimawandels sinnvoll. Sie haben die Technologieführerschaft Dänemarks bei grünen Lösungen verstärkt. Jetzt, da andere Länder klimapolitisch nachziehen, sind es die dänischen Firmen, die global bei grünen Lösungen gefragt sind.

Auch die deutsche Wirtschaft könnte langfristig von ehrgeizigeren Klimazielen und ihrer strategischen Umsetzung profitieren. Das nötige Know-how für mehr grüne Innovationen „Made in Germany" sollte bei den deutschen Ingenieuren vorhanden sein.

Bei Fragen zum Thema wenden Sie sich gern an Reiner Perau (rp(at)handelskammer.dk).

Zurück