Ninna Suhr Poulsen
Head of Members & Communications, HR Manager Mitglieder & Kommunikation
+45 33 41 10 36 nsp@handelskammer.dkDänemark erhält im Verfahren zur EU-Mindestlohndirektive teilweise Recht, weil sich die EU nicht direkt in nationale Lohnhöhen einmischen darf. Gleichzeitig verliert Dänemark in mehreren Punkten und muss die meisten Kosten tragen. Das Urteil ist deshalb kein vollständiger Sieg, sondern ein gemischtes Ergebnis für die dänische Position.
Bei der Kommunalwahl am 18. November bleiben die Sozialdemokraten landesweit stärkste Kraft, verlieren aber spürbar Stimmen. Die Sozialistisk Folkeparti legt vielerorts zu. Besonders auffällig ist der Machtwechsel in Kopenhagen, wo die SF erstmals das Oberbürgermeisteramt von den Sozialdemokraten gewinnt.
Das dänische Steuerministerium plant bis 2030 die Entlassung von rund 610 bis 640 Mitarbeitenden. Grund sind sinkende Budgets und ein staatliches Sparprogramm, das die Ausgaben reduzieren soll. Das Ministerium soll dadurch Einsparungen von etwa 147 Millionen Euro erzielen.
Die Bedrohung durch Cyberkriminalität und Cyberspionage bleibt in Dänemark „sehr hoch“. Besonders betroffen sind sicherheitsrelevante Organisationen. Datendiebstahl und Erpressung gelten als sehr wahrscheinlich, während weiterhin keine Cyberterror-Gefahr gesehen wird.
Die Anzahl der Neugründungen steigt nach mehreren Jahren des Rückgangs wieder deutlich. Bis Jahresende werden voraussichtlich rund 30.000 neue Unternehmen entstehen. Das entspricht etwa 17 Prozent mehr als im Vorjahr und könnte den größten Anstieg seit über zehn Jahren markieren.
Die Arbeitslosigkeit bleibt mit 2,9 Prozent stabil und liegt bei rund 88.400 Personen. Gleichzeitig steigt die Beschäftigung, aber auch das Arbeitskräfteangebot wächst im gleichen Umfang. Angekündigte Entlassungen bei Novo Nordisk, Ørsted und im öffentlichen Sektor schlagen sich noch nicht vollständig in den aktuellen Zahlen nieder.
Die dänische Wirtschaft wächst vor allem dank der starken Pharmaindustrie und Novo Nordisk. Das BIP legt um 1,6 Prozent zu, begleitet von leicht steigender Beschäftigung. Die Exporte steigen kräftig, während der private Verbrauch nahezu stagniert. Damit hängt ein wichtiger Teil des Wachstums stark an der Pharmaindustrie.
Der dänische Arbeitsmarkt zeigt sich trotz Zinsen, Inflation und globaler Unsicherheit robust. Im September steigt die Beschäftigung weiter. Die Aussichten bleiben jedoch gedämpft, weil große angekündigte Entlassungsrunden in den aktuellen Zahlen noch nicht sichtbar sind.
Die Gemeinde Guldborgsund hat 35 Hektar an GARBE Data Center verkauft. Das Unternehmen plant dort ein großes KI-Rechenzentrum auf Nordfalster, das langfristig Hunderte Arbeitsplätze schaffen könnte. Das Projekt kann bis zu 15 Jahre dauern und sechs bis neun Rechenzentrumseinheiten umfassen, ist aber noch vorläufig und hängt von weiteren Untersuchungen ab.
Novo Nordisk hat auf einer außerordentlichen Hauptversammlung den gesamten Vorstand ausgetauscht. Zuvor war CEO Lars Fruergaard Jørgensen im Mai von der Stiftung entlassen worden. Stiftungsratschef Lars Rebien Sørensen übernimmt nun zusätzlich den Verwaltungsratsvorsitz. Diese bislang einmalige Machtkonzentration ruft erhebliche Kritik hervor.
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