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Sicherheit darf nicht an der Grenze enden

Unsere kritische Infrastruktur ist verwundbarer geworden. Dänemark hat im Juni die Gefahr destruktiver Cyberangriffe russischer staatlicher Hacker als „verschärft“ eingestuft. In Deutschland wurde zuletzt wiederholt Energieinfrastruktur wie Umspannwerke beschädigt. Und ein Cyberangriff auf das dänische Melderegister hat erneut gezeigt, welche Dimension digitale Angriffe erreichen können und wie wertvoll und angreifbar sensible Daten und digitale Systeme sind.

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© Urupong / iStock

 

Darauf müssen Deutschland und Dänemark gemeinsam reagieren. Denn unsere Infrastruktur wird nicht nur digitaler, sondern auch immer stärker grenzüberschreitend vernetzt. Wer Infrastruktur gemeinsam baut, muss deshalb auch ihre Sicherheit gemeinsam organisieren.

 

Das Beispiel der Energieinsel Bornholm zeigt, was das konkret bedeutet. Mit neuen Stromverbindungen durch die Ostsee wachsen die Energiesysteme Deutschlands und Dänemarks weiter zusammen. Doch gerade eng vernetzte, gemeinsame Systeme müssen auch gemeinsam geschützt werden müssen. Dabei geht es nicht mehr ausschließlich um physische Infrastruktur wie Kabel und Umspannwerke, sondern auch digitale Steuerungselemente sowie digitaler Kommunikations- und Datenaustausch sind elementare Bestandteile dieser Infrastruktur – und damit auch ihrer Sicherheit.

 

Einen vollständigen Schutz kann es dabei allerdings nicht geben. Statt ausschließlich zu fragen, wie wir Angriffe verhindern, müssen wir stärker darauf schauen, wie unsere Infrastruktur trotz eines Angriffs weiter funktionieren kann. Redundanzen, Back-ups, alternative Kommunikationswege und schnelle Reparaturkapazitäten sind deshalb keine Zusatzoptionen, sondern Voraussetzung für resiliente Volkswirtschaften.

 

Das gilt auch für die Verschlüsselung unserer digitalen Systeme. Leistungsfähige Quantencomputer könnten langfristig heute verbreitete Verschlüsselungsverfahren gefährden. Darauf zu warten, bis diese Technologie verfügbar ist, wäre zu spät. Deutschland und Dänemark sollten gemeinsam identifizieren, welche kritischen Systeme besonders langfristig geschützt werden müssen, Post-Quanten-Kryptographie frühzeitig erproben und gemeinsame Standards entwickeln. Die Voraussetzungen dafür sind gut: Dänemark verfügt über ein starkes Quantum-Ökosystem, sowohl auf Forschungs- als auch auf Unternehmensseite, Deutschland über große industrielle Anwender und umfangreiche kritische Infrastruktur.

 

Gemeinsame Infrastruktur braucht gemeinsame Resilienz. Deutschland und Dänemark sollten deshalb nicht nur Strom und Daten miteinander verbinden, sondern auch Risikoanalysen, Stresstests und Sicherheitsstandards. Denn unsere Infrastruktur endet nicht an der Grenze – und unsere Sicherheitskonzepte dürfen es auch nicht.

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