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Grenzüberschreitend zum Erfolg: Deutsch-dänische Energiezusammenarbeit als Vorbild für Europa

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Die Energiewende ist längst kein nationales Projekt mehr – sie ist eine europäische Notwendigkeit und entscheidend für Europas Resilienz und Unabhängigkeit.

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© Anton Nita

Gerade Deutschland und Dänemark haben die Chance, hier gemeinsam voranzugehen und ihre Stärken in den Bereichen Technologie und Innovation zu bündeln. Zusammen können beide Länder zeigen, wie grenzüberschreitende Energiezusammenarbeit nicht nur funktioniert, sondern zum Wettbewerbsvorteil für Europa wird.

 

Ein zentrales Beispiel dafür ist die Energieinsel Bornholm. Sie steht für das, was möglich ist, wenn politische Ambition und wirtschaftliche Kooperation zusammenkommen. Künftig sollen von hier aus rund drei Millionen Haushalte in Deutschland und Dänemark mit grünem Strom versorgt werden. Doch Bornholm ist mehr als ein Infrastrukturprojekt – es ist eine Blaupause dafür, wie wir Energie künftig europäisch denken und organisieren müssen: vernetzt, skalierbar und grenzüberschreitend.

 

Noch deutlicher wird der Handlungsbedarf beim Thema Wasserstoff. Grüner Wasserstoff kann eine Schlüsselrolle spielen, wenn Europa seine Energieunabhängigkeit stärken und fossile Importe ersetzen will. Dänemark bringt dafür hervorragende Voraussetzungen mit: einen hohen Anteil erneuerbarer Energien, konkrete Power-to-X-Projekte und eine Infrastruktur, die sich für den Transport von Wasserstoff umrüsten lässt. Und auch Deutschland kann als Vorreiter vorangehen, wenn wir das technische Know-how und die bestehenden innovativen Wasserstofftechnologien nutzen und skalieren. Doch eines ist klar: Der Markt für grünen Wasserstoff entsteht nicht von allein. Es braucht jetzt verbindliche Signale, denn ohne klare Nachfrage, ohne langfristige Abnahmeverträge und ohne koordinierte Infrastrukturplanung werden Investitionen ausbleiben. Und ohne diese Investitionen bleibt das Potenzial ungenutzt.

 

Die deutsch-dänische Energiezusammenarbeit steht damit an einem entscheidenden Punkt. Wenn es gelingt, Angebot und Nachfrage frühzeitig zusammenzubringen und Produktion und Versorgung gemeinsam zu denken, können wir nicht nur konkrete Projekte realisieren, sondern einen funktionierenden europäischen Markt mitgestalten.

 

Was es jetzt braucht, ist ein klarer politischer und wirtschaftlicher Schulterschluss: verbindliche Abnahmezusagen, abgestimmte Infrastrukturplanung und verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen auf beiden Seiten. Ebenso entscheidend ist der Mut, Projekte konsequent voranzutreiben und Investitionssicherheit zu schaffen – auch über nationale Grenzen hinweg.

 

Langfristig kann die deutsch-dänische Partnerschaft weit mehr sein als einzelne erfolgreiche Leuchtturmprojekte. Sie kann zum Modell dafür werden, wie europäische Energiezusammenarbeit konkret funktioniert: pragmatisch, integriert und mit einem klaren Fokus auf eine effektive Projektumsetzung. Genau darin liegt die Chance – und die Verantwortung – für die kommenden Jahre.

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