Gesche Lohmann
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„In einer grundlegend veränderten geopolitischen und wirtschaftlichen Lage sind die nordischen Länder für Deutschland strategisch wichtiger denn je – als Handelspartner, Investitionsstandorte und Partner bei Energie, Technologie und Sicherheit. Die feste Fehmarnbeltquerung ist deshalb weit mehr als ein regionales Verkehrsprojekt. Sie ist eine strategische Verbindung zwischen Deutschland und Nordeuropa. Diese Bedeutung muss sich endlich auch in der Geschwindigkeit der Umsetzung widerspiegeln“, erklärt Andreas Wenzel, Geschäftsführer der Deutsch-Dänischen Handelskammer.
Besonders für die Logistik- und Transportbranche können weitere Verzögerungen konkrete Folgen haben. Investitionen in Logistikzentren, Umschlaganlagen oder Gewerbeflächen entlang des Verkehrskorridors könnten zeitlich verschoben werden. Auch für die Regionen Lolland-Falster und Schleswig-Holstein könnte eine spätere Fertigstellung bedeuten, dass sich zusätzliche wirtschaftliche Entwicklungschancen erst später realisieren lassen.
Für die breite deutsch-dänische Wirtschaftskooperation erwartet die Handelskammer dagegen keine grundlegenden Auswirkungen. Die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder haben sich über Jahrzehnte dynamisch entwickelt und werden von zahlreichen Branchen und einer engen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit getragen. Allein 2025 erreichte der deutsch-dänische Warenhandel ein Volumen von rund 39 Milliarden EUR.
„Planungssicherheit ist für Unternehmen ein entscheidender Faktor, insbesondere wenn Investitionen unmittelbar von einer neuen Verkehrsverbindung abhängen. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass sich die deutsch-dänischen Wirtschaftsbeziehungen schon heute äußerst dynamisch entwickeln – auch ohne Tunnel. Die wirtschaftliche Integration zwischen Deutschland und Dänemark wartet nicht auf einen Tunnel. Aber wir dürfen nicht zulassen, dass die Infrastruktur zum Bremsklotz unserer gemeinsamen wirtschaftlichen Zukunft wird“, sagt Andreas Wenzel, Geschäftsführer der Deutsch-Dänischen Handelskammer.
Die Deutsch-Dänische Handelskammer fordert deshalb einen realistischen und belastbaren Zeitplan sowie eine konsequente Beschleunigung der deutschen Infrastrukturmaßnahmen. Gleichzeitig muss die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Kommunen und Wirtschaftsförderungen weiter vorangetrieben werden.
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