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Die geplante Wasserstoffpipeline zwischen Deutschland und Dänemark gilt als strategischer Baustein für eine stärker integrierte und resiliente europäische Energieversorgung und steht zugleich für die enge energiepolitische Zusammenarbeit beider Länder.
„Die enge deutsch-dänische Zusammenarbeit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für den Aufbau einer leistungsfähigen Wasserstoffinfrastruktur in Europa. Gemeinsam schaffen wir die Voraussetzungen, um Angebot und Nachfrage effizient zu verbinden und die grüne Transformation unserer Industrien voranzubringen. Das Projekt zeigt, wie grenzüberschreitende Partnerschaft konkret zur Energiesicherheit und Wettbewerbsfähigkeit beitragen kann“, sagt Andreas Wenzel, CEO der Deutsch-Dänische Handelskammer.
Deutschland und Dänemark haben dafür bereits über drei Milliarden Euro zugesagt. Die Pipeline soll grünen Wasserstoff aus Dänemark zur deutschen Industrie transportieren und fossile Energieimporte ersetzen. Geplant ist eine Kapazität von drei bis vier Gigawatt.
Parallel treibt Dänemark den Aufbau seiner Wasserstoffproduktion voran, während Deutschland ein über 9.000 Kilometer langes Wasserstoff-Kernnetz plant. Zusätzlich stellt die Bundesregierung 1,3 Milliarden Euro an Fördermitteln bereit, um den Markthochlauf zu unterstützen.
„Wenn wir uns in Europa von importierten fossilen Energieträgern unabhängig machen wollen, müssen wir in der Lage sein, sowohl Strom als auch grünen Wasserstoff innerhalb der EU zu produzieren. Die Zusammenarbeit zwischen Dänemark und Deutschland ist ein Katalysator für den europäischen Markt für Wasserstoff aus erneuerbaren Energien. Dafür müssen wir uns weiterhin darauf fokussieren, attraktive Marktbedingungen zu schaffen. Ein starker Absatzmarkt ist unerlässlich, um die dänische Wasserstoffproduktion in Zukunft auszuweiten“, sagt Kristian Jensen, CEO von Green Power Denmark.
Ein wichtiger nächster Schritt ist nun die Buchung von Transportkapazitäten: Seit dem 19. März haben Unternehmen die Möglichkeit, entsprechende Kapazitäten zu reservieren. Für die finale Investitionsentscheidung ist eine Mindestnachfrage von 500 Megawatt erforderlich. Die Entwicklungsvereinbarungen der sechs Unternehmen mit Energinet geben ein erstes positives Signal, stellen aber noch keine bindende Kapazitätsbuchung dar. Damit die Wasserstoffpipeline Realität wird, müssen weitere Unternehmen, auch aus der deutschen Industrie, jetzt nachziehen.
Ein Zögern der Industrie hätte Konsequenzen: Unternehmen riskieren, Fördermittel und Marktchancen zu verpassen, während die EU ihre Klimaziele weiter verschärft und den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft aktiv vorantreibt.
„Die Lieferketten für fossile Brennstoffe haben sich als anfällig und unberechenbar erwiesen. Das bedeutet, dass sich für Abnehmer derzeit eine günstige Gelegenheit bietet. Wer frühzeitig handelt, sichert sich eine konforme und zuverlässige Versorgung mit grünem Wasserstoff und kann gleichzeitig finanzielle Übergangsunterstützung sowie staatlich geförderte Infrastruktur nutzen. Dänemark steht dank seiner starken erneuerbaren Energieressourcen und eines stabilen regulatorischen Rahmens als zuverlässiger Partner mit wettbewerbsfähigem, kostengünstigem grünem Wasserstoff bereit“, sagt Troels Ranis, stellvertretender Geschäftsführer von Dansk Industri.
Die deutsch-dänische Wasserstoffpipeline kann Angebot und Nachfrage über Grenzen hinweg verbinden und damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit sowie zur Erreichung der Klimaziele leisten. Doch ob sie realisiert wird, hängt auch maßgeblich von der weiteren Nachfrage der Industrie ab.
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