Logo der Deutsch-Dänische Handelskammer

Zwischen Wachstum und Warnsignalen

  • News

Die dänische Wirtschaft entwickelt sich weiterhin stabil. Die aktuelle Ausgabe des Nordic Outlook von Danske Bank zeigt jedoch ein differenziertes Bild: Während das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal um 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegte, bleibt die Entwicklung der Binnenwirtschaft vergleichsweise moderat.

IStock
© liulolo / iStock

Der starke Anstieg des BIP wird vor allem durch hohe Exportvolumen, insbesondere im Pharmasektor, getragen. Die Entwicklung spiegelt jedoch nur begrenzt die wirtschaftliche Situation im Inland wider, da ein erheblicher Teil der Wertschöpfung außerhalb Dänemarks entsteht und die Exportpreise zuletzt gesunken sind.

 

Die wichtigsten Entwicklungen im Überblick:

  • Konjunktur: Das jährliche Wachstum der Binnennachfrage liegt derzeit bei 0,9 Prozent und wird vor allem vom privaten Konsum getragen und durch Investitionen gebremst. Die privaten Haushalte verfügen weiterhin über finanzielle Spielräume, da unter anderem die Konsumausgaben im Verhältnis zu den Einkommen vergleichsweise niedrig bleiben. Steuererleichterungen, höhere Verteidigungsausgaben und staatliche Unterstützungsmaßnahmen stärken die Nachfrage.
  • Inflation und Konsum: Steigende Energiepreise treiben die Inflation und belasten die Konsumstimmung. Trotz der gedämpften Stimmung bleibt Potenzial für einen Anstieg des privaten Konsums bestehen.
  • Immobilienmarkt: Die Immobilienpreise stiegen landesweit um 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, Eigentumswohnungen sogar um knapp 19 Prozent. Steigende Grundsteuern könnten den Preisauftrieb jedoch mittelfristig abschwächen.
  • Arbeitsmarkt: Die Beschäftigung stieg binnen eines Jahres um 1,1 Prozent. Gleichzeitig wächst das Arbeitskräfteangebot, wodurch die Arbeitslosigkeit weitgehend stabil bleibt. Die Löhne auf dem privaten Arbeitsmarkt stiegen in ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 3,8 Prozent. Die Tarifverträge deuten auf ein leicht rückläufiges Lohnwachstum in den Jahren 2026 und 2027 hin.
  • Außenhandel und Leistungsbilanz: Der Leistungsbilanzüberschuss dürfte künftig zurückgehen. Gründe dafür sind unter anderem steigende Verteidigungsimporte sowie sinkende Exportpreise.

 

 2025Prognose für 2026Prognose für 2027
BIP-Wachstum2,9 %3,7 %2,5 %
Inflation1,9 %1,3 %2,4 %
Arbeitslosigkeit2,9 %3,1 %3,6 %

 

Vismandsrapport: Wirtschaftsrisiken bleiben bestehen

Auch der Sachverständigenrat der Wirtschaft sieht in seinem Bericht (Vismandsrapport) die dänische Wirtschaft weiterhin auf Wachstumskurs. Als größtes Risiko gelten jedoch anhaltend hohe Energiepreise infolge des Nahostkonflikts. In einem negativen Szenario könnte die Inflation 2026 auf bis zu 4,7 Prozent steigen und das Wirtschaftswachstum dämpfen. Zudem sprechen sich die Wirtschaftsweisen gegen niedrigere Kraftstoffsteuern aus und empfehlen stattdessen gezielte Entlastungen für besonders betroffene Haushalte.

Suchen Sie etwas Anderes?

In unserem Informationszentrum finden Sie aktuelle Neuigkeiten, Downloads, Videos, Podcasts...

Zum Info Hub